Digitale Teilhabe neu gedacht

VR-Erlebnisse für Senior:innen im Pflegealltag

Wie kann Technologie den Alltag älterer Menschen bereichern – ohne sie zu überfordern?
Mit dieser Leitfrage begann ein Projekt, das den Einsatz von Virtual Reality im Pflegekontext neu denkt. Ziel war es, digitale Anwendungen zu entwickeln, die intuitiv bedienbar sind und Senior:innen neue Möglichkeiten zur emotionalen, kognitiven und sozialen Aktivierung eröffnen. Gemeinsam mit dem EDIH.SH untersuchte das Team von vJourney, wie sich diese Technologie sinnvoll, sicher und alltagsnah in der Pflege einsetzen lässt.

Das Ergebnis: Ein junges Start-up, das immersive Virtual-Reality-Erlebnisse entwickelt und Menschen auf neue Weise in Bewegung bringt – emotional, mental und sozial. vJourney schafft virtuelle Erlebnisräume, die nicht nur technologisch beeindrucken, sondern vor allem eines bewirken: Nähe, Erinnerung und Freude.

Die Herausforderung

Viele Senior:innen stehen digitalen Technologien zunächst skeptisch gegenüber – häufig, weil Bedienung, Sprache oder Interaktion zu komplex wirken. Gleichzeitig zeigen Studien, dass gerade immersive digitale Erlebnisse nachweislich positive Effekte auf Wohlbefinden, Orientierung, Stimmung und Aktivierung haben können.

Die zentrale Herausforderung bestand also darin, eine VR-Lösung zu entwickeln, die

  • ohne Vorerfahrung nutzbar ist,
  • einfach und sicher zu bedienen,
  • in den Arbeitsablauf der Pflege integriert werden kann, und
  • emotional berührt statt überfordert.

 

Die Umsetzung

Im Projekt entstand ein klar strukturierter Entwicklungsprozess, der technische Innovation mit Nutzerzentrierung und Empathie verbindet. Der Prozess kombinierte Kreativität, KI-gestützte Tools und moderne VR-Technologie:

  • Visuelles Storyboarding
    Erste Erlebniswelten, Szenarien und Handlungsstrukturen wurden in Miro entwickelt – leicht verständlich, gemeinsam diskutierbar und iterierbar.
  • KI-gestützte Textentwicklung
    Inhalte, Sprechtexte und narrative Elemente wurden mit ChatGPT erstellt und über DeepL übersetzt – für konsistente, verständliche und hochwertige Skripte.
  • Emotionale Sprachvertonung
    Mit ElevenLabs entstanden realistische, warme Sprecherstimmen, die ohne Tonstudio eine authentische emotionale Tiefe vermitteln.
  • Technische Umsetzung in Unity
    Die VR-Szenen wurden in Unity modelliert und programmiert. Die Umgebungen sind 360-Grad-Videos, in die 3D-Elemente – unter anderem erstellt durch NeRF Studio und Luma AI – eingefügt wurden.
  • Der gesamte Entwicklungsprozess basierte auf einer klaren Softwarearchitektur, automatisierten Workflows und einem hohen Datenschutzstandard – essenziell für den Einsatz im Pflegekontext.

Die Wirkung

Die Videos sorgen für eine dynamische, echte Umgebung – mit sich bewegenden Menschen und erzählenden Tour-Guides. Die 3D-Elemente ermöglichen Interaktion mit realen Objekten, wie beispielsweise mit Statuen, Gebäuden oder Gegenständen in der virtuellen Umgebung. Entstanden sind somit intuitive VR-Erlebnisse, die älteren Menschen ermöglichen,

  • vertraute Orte wiederzuentdecken,
  • Erinnerungen zu aktivieren,
  • Gespräche anzuregen,
  • und soziale Teilhabe digital erlebbar zu machen.

Die Anwendungen lassen sich leicht bedienen, sicher einsetzen und schaffen berührende Momente – gerade für Menschen, deren Mobilität eingeschränkt ist. Digitale Teilhabe wird so konkret, niedrigschwellig und emotional erfahrbar.

vJourney zeigt, wie digitale Innovation, Empathie und Technologie zusammenspielen können – und wie Virtual Reality neue Wege für echte Teilhabe im Alter eröffnet Der EDIH.SH begleitete das Projekt mit fachlicher Beratung zu Tools, Methoden, Workflows und technologischen Standards. Durch diese Zusammenarbeit konnte gewährleistet werden, dass innovative KI- und VR-Lösungen praxisnah, datenschutzkonform und nutzerzentriert in den Pflegealltag integriert werden.

 

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Dr. Frauke Kerlin
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